Zum Hauptinhalt springen
Alle Beiträge von

sonares-Team

sonares Berufswahl

Beitrag 13. Juli 2026

Zwischen Talent und Traumberuf

Berliner Startup sonares liefert mit einem ScienceFact Jugendlichen Orientierung bei der Berufswahl

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland ist derzeit von einem Widerspruch geprägt: Einerseits gibt es, anders als noch vor 20 Jahren, viele freie Lehrstellen. Andererseits zeigen die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit nach wie vor eine erhebliche Anzahl von Jugendlichen, die keinen passenden Ausbildungsplatz finden. Der Welttag der Fähigkeiten Jugendlicher (World Youth Skills Day), den die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2014 beschloss und der alljährlich am 15. Juli begangen wird, liefert einige Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres Anlass, auf diese zwiespältige Lage aufmerksam zu machen. Mit dem Aktionstag soll auf die Bedeutung von Bildung, beruflicher Qualifizierung und Ausbildung junger Menschen aufmerksam gemacht werden.

Wie kommt es, dass trotz des weltweit anerkannten dualen Systems der beruflichen Bildung in Deutschland Jugendliche keine Lehrstelle finden? Das Hauptproblem ist nicht ein Mangel an Ausbildungsplätzen, sondern Angebot und Nachfrage stimmen nicht ausreichend überein. Viele Unternehmen suchen derzeit händeringend Nachwuchs, besonders in Bereichen wie Handwerk, Pflege, Gastronomie, Bau, Logistik und technischen Berufen. So bleiben zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt, weil sich nicht genügend Bewerber finden oder die Interessen der Jugendlichen nicht mit den angebotenen Berufen übereinstimmen.

Der Blick auf die Top-Five-Berufe ist zu eng

Eine Ursache dieses Ungleichgewichts: Viele Jugendliche fokussieren sich auf einige wenige bekannte Ausbildungsberufe – etwa kaufmännische Berufe, Medien, Verwaltung oder bestimmte IT-nahe Tätigkeiten. Dadurch entsteht eine Lücke: Während manche Betriebe dringend Nachwuchs suchen, sind andere Ausbildungsplätze umkämpft.

„Dieses Ungleichgewicht ist auch auf mangelnde Information zurückzuführen. Es gibt immer einige Berufe, die in der Gunst Jugendlicher weit oben stehen, zum Beispiel der Kfz-Mechatroniker“, schildert Dr. Nina Weber, Chief Scientific Officer beim Berliner Startup sonares, die Ausgangslage. „Aber statt nur auf die Top Five in der Rangliste der gefragtesten Berufe zu schauen, ist es doch besser, eigene Interessen, Fähigkeiten und Stärken als Kriterien für die Berufswahl in den Vordergrund zu stellen. Die Wahl eines passenden Berufes ist immerhin eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben.“

Sie wollen den ScienceFact für Ihre Website nutzen?

Hier kostenlos registrieren!

Orientierung bei einer Entscheidung fürs Leben

Dr. Nina Weber räumt ein, dass es für junge Menschen durchaus schwierig sein kann, den idealen Beruf zu finden. Der ScienceFact „Berufswahlrechner“, den sonares entwickelt hat, hilft, diese Entscheidung datenbasiert und fundiert zu treffen. Er zeigt auf wissenschaftlicher Grundlage auf, welcher Beruf optimal zu den persönlichen Stärken, Interessen und Werten passt. Datenquelle für diesen ScienceFact ist die Bundesagentur für Arbeit. Der Berufswahlrechner nimmt insgesamt zwölf Abfragen vor: soziodemografische (Bildungsstand), interessenbezogene (Tätigkeitsbereiche) und soziale (Fähigkeiten, Vorlieben). Das Tool wertet die Eingaben in Echtzeit aus und gleicht sie mit den Merkmalen unterschiedlichster Berufe ab. Diese Berechnungen sind wissenschaftlich fundiert und beruhen auf Daten ausgewählter Studien der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. „Der ScienceFact nimmt jungen Menschen die Entscheidung nicht ab, aber er mindert Unsicherheiten und erleichtert die Suche nach einem passenden Beruf. Vielleicht ist darunter ein Vorschlag, auf den sie auf eigene Faust nie gekommen wären“, zeigt sich Dr. Nina Weber zuversichtlich.

Wollen Sie den Berufswahlrechner in einen Beitrag einbauen und so Ihren Lesern ein interaktives Erlebnis verschaffen? Wir stellen Ihnen gern einen Einbettungslink zur Verfügung.

Das Berliner Start-up sonares stellt auf seiner Plattform ScienceHub rund 200 Tools zu vielen verschiedenen Themen zur Verfügung: Familie, Mobilität, Versicherung, Tech, Umwelt, Lifestyle, Finanzen, Gesundheit, Karriere, Reisen. Die ScienceFacts basieren auf Rechenmodellen, die nach wissenschaftlichen Prinzipien arbeiten und auf geprüften Studien internationaler Universitäten und Forschungseinrichtungen beruhen. Sie übersetzen wissenschaftliche Untersuchungen für jeden Einzelnen in individuelle Daten und liefern somit Anworten für ganz konkrete Lebenssituationen.

ScienceFacts entdecken

About sonares

sonares mit Sitz in Berlin und einer weltweiten ScienceCommunity wurde 2013 gegründet. Mit der Mission, wissenschaftliche Erkenntnisse durch moderne Technologien zugänglich zu machen, entwickelt sonares interaktive Tools wie die ScienceFacts. Diese Lösungen ermöglichen es, komplexe Daten für ein breites Publikum verständlich und nutzbar aufzubereiten. Die Hauptzielgruppen umfassen Website-Betreiber, Wissenschaftler sowie Unternehmen im Bereich Prävention und Gesundheit. Durch die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und der Nutzung wissenschaftlicher Daten schafft sonares einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Prävention. Das Unternehmen steht für wissenschaftliche Integrität, Benutzerfreundlichkeit und die Förderung faktenbasierter Entscheidungen, um eine informierte Gesellschaft zu unterstützen.

Interview Sonares Eberwein Weber

Interview 22. Juni 2026

„Wir schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Lebenswelt“

©sonares

Dr. Nina Weber, Chief Scientific Officer, und Geschäftsführer Erik Eberwein über das Leitbild von sonares und eine neue Form der Wissenschaftskommunikation.

„Sonares macht Wissenschaft erlebbar.“ Mit diesem Anspruch treten Sie an. Finden wissenschaftliche Untersuchungen zu wenig Aufmerksamkeit in unserem Alltag?

Erik Eberwein: Nein, das glaube ich nicht, aber Wissenschaft stößt häufig auf ein Übersetzungsproblem. Studien und Untersuchungen treffen verallgemeinernde Aussagen. Menschen wollen aber wissen, wie ihr eigenes Leben davon berührt ist. An dieser Schnittstelle zwischen generalisierender Aussage und individueller Betroffenheit setzen die ScienceFacts an. Sie zeigen, welche Schlussfolgerungen sich aus den Studien, auf denen die ScienceFacts beruhen, für die individuelle Situation ergeben. Nehmen Sie als Beispiel das ScienceFact zur Lebenserwartung. Mit der allgemeinen Aussage, dass Frauen in Deutschland eine Lebenserwartung von 83,2 Jahren haben und Männer im statistischen Mittel 78,5 Jahre alt werden, kann der oder die Einzelne wenig anfangen. Die individuelle Lebenserwartung hängt nicht nur vom aktuellen Alter, sondern auch von vielen weiteren Faktoren ab. Genau diese berücksichtigen wir mit dem ScienceFact zur Lebenserwartung.

Auf dem ScienceHub von sonares befinden sich mittlerweile rund 200 solcher smarten Online-Rechner. Wie entstehen die Ideen für neue ScienceFacts?

Dr. Nina Weber: Auf ganz verschiedenen Wegen. So halten wir Ausschau, welche Themen im Netz viel und intensiv diskutiert werden. Wir sondieren zum Beispiel, welche Inhalte bei den Google-Suchanfragen im Ranking ganz oben stehen, tauschen uns aber auch mit unseren Partnern und Kunden aus. Mitunter ergreifen sie die Initiative und unterbreiten uns einen Vorschlag für einen neuen ScienceFact.

Sie wollen den ScienceFact für Ihre Website nutzen?

Hier kostenlos registrieren!

Da kommen sicherlich Ideen in Hülle und Fülle auf den Tisch. Aus wie vielen wird schließlich ein neuer ScienceFact?

Dr. Nina Weber: Etwa die Hälfte der Ideen, die wir diskutieren, führt am Ende tatsächlich zu einem Online-Rechner. Mitunter fehlt es an den erforderlichen Daten. Mancher Vorschlag ist zu kompliziert für eine niedrigschwellige Bedienung oder nur für eine sehr kleine Zielgruppe relevant. Mitunter ist die Antwort auf die aufgeworfene Frage auch zu eindimensional, weil sie nur von einem einzigen Kriterium abhängt.

Haben Sie dafür ein Beispiel parat?

Dr. Nina Weber: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wohnort von einem Erdbeben bedroht sein könnte. Dafür genügt die Postleitzahl. Dazu braucht es natürlich keinen ScienceFact. Wir haben daher eine Untergrenze definiert: Das Ergebnis muss von mindestens fünf Faktoren abhängen.

Welcher ScienceFact war der Erstling von sonares?

Erik Eberwein: Es fing mit der ChangeYourLife App an. Das war das erste interdependente Rechenmodell zur Prognostik persönlicher Lebenserwartung. Ihm lagen 16 individuelle Faktoren zugrunde, 41 Studien lieferten das empirische Fundament. Das Tool lag bei Google auf Platz 1, wenn User im Web mit den Stichworten „Lebenserwartung berechnen“ suchten. Der Erfolg von ChangeYourLife bewies, dass solche Tools eine Brücke zwischen Wissenschaft und Lebenswelt schlagen können. Nach dem Lebenserwartungsrechner haben wir dann mit großer Schlagzahl viele weitere ScienceFacts entwickelt, zu Familie, Mobilität, Versicherung, Tech, Umwelt, Lifestyle, Finanzen, Gesundheit, Karriere, Reisen und weiteren Themen. Die Ideen dafür gehen uns nicht aus.

Angenommen, ein Vorschlag erweist sich nach der ersten Sichtung als tragfähig, wie geht es dann weiter?

Dr. Nina Weber: Der erste Schritt beginnt mit einer gründlichen Recherche zum Thema. Wir ermitteln die Studienlage, schauen, welche Daten es dazu gibt. Im Zuge dieser Sondierungen kann sich die Fragestellung, die mit dem ScienceFact bedient werden soll, durchaus noch verändern. Aufbauend auf den Ergebnissen der Recherche erstellen wir dann ein Konzeptpapier. Es errichtet die Leitplanken für das neue Tool: Welche Faktoren werden einbezogen? Welche Eingaben sind erforderlich? Wie wird das Ergebnis ausgewiesen? Dieses Konzeptpapier geht dann an einen Statistikexperten. Wir haben dafür ein Netzwerk aufgebaut und verfügen über Kooperationspartner weltweit, zum Beispiel in England, Frankreich und Pakistan. Sie erstellen eine Modellversion, die anschließend durch sonares und externe Experten überprüft wird. Verläuft dieser Kontrollprozess positiv, schließt sich die technische Umsetzung des ScienceFacts an, der anschließend noch einem finalen Quality Check unterzogen wird.

Sie unterscheiden die Rechner nach ScienceFacts und SmartFacts. Warum diese Einteilung?

Dr. Nina Weber: Bei den SmartFacts ist die Datengrundlage etwas weniger stringent. Es gibt keine spezifischen akademischen Studien dazu, sondern nur öffentliche Daten. Wir haben zum Beispiel die SmartFacts „Welcher Beruf passt zu mir?“ und „Welches Haustier passt zu mir?“. Zu diesen beiden Fragen gibt es keine bis wenige wissenschaftlichen Studien, die wir verwenden können. Deshalb basieren die Antworten hier auf öffentlichen Datensätzen, aus denen wir statistische Zusammenhänge ableiten können.

Die Vorteile für den Nutzer liegen auf der Hand. Die ScienceFacts übersetzen Studienergebnisse in individuelle Daten. Welchen Gewinn ziehen die Betreiber von Webseiten, wenn sie diese Tools von sonares einsetzen?

Erik Eberwein: Ihre Webseiten werden interaktiv und individuell. Ein Beispiel dafür: Ein Beitrag in der Rubrik Finanzen beschäftigt sich mit neuen Entwicklungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wird dieser Text mit dem ScienceFact zur BU flankiert, können die Leser mit wenigen Klicks ermitteln, wie hoch ihr eigenes Risiko ist, im Verlauf des Erwerbslebens berufsunfähig zu werden. Damit bekommen die Aussagen des Beitrags eine persönliche Relevanz. Der Leser bleibt länger auf der Webseite, die Klickraten erhöhen sich. Wenn zudem weiterführender Content zum Thema angeboten wird, vergrößert sich die Verweildauer zusätzlich. Die Webseiten erhalten damit eine völlig neue Qualität, weil sie nicht nur eindimensional Inhalte verbreiten, sondern die User zur Interaktion animieren.

ScienceFacts zur Gesundheit oder zu den privaten Finanzen erfordern die Eingabe zum Teil sehr persönlicher Daten. Da stellt sich sofort die Frage, bleiben diese ausreichend geschützt?

Erik Eberwein: ScienceFacts haben das CMP-Compliance-Programm erfolgreich durchlaufen. Dabei handelt es sich um den Einsatz einer Consent Management Plattform (CMP), um digitale Dienste, Webseiten oder Apps datenschutzkonform zu gestalten. Es automatisiert und verwaltet die rechtssichere Einholung, Protokollierung und Speicherung von Nutzereinwilligungen. Im Ergebnis sind die Rechner vom Interactive Advertising Bureau Europe (IAB Europe), das ist der führende europäische Wirtschaftsverband für das digitale Marketing und die interaktive Werbung, offiziell für TCFv2.2 zertifiziert. Damit können die ScienceFacts DSGVO-konform in alle Webseiten eingebunden werden, die sich dem TCF-Framework angeschlossen haben und den Consent Manager des IAB verwenden. Dazu gehören unter anderem nahezu alle großen deutschen Publisher und viele kleinere.

Die User können zudem in jedem ScienceFact der weiteren Datenverwendung widersprechen. Bisher eingegebene Daten können selbst vollständig und in Echtzeit vom Endgerät gelöscht werden. Es muss sich also niemand Gedanken machen, dass sensible Daten in die falschen Hände geraten.

Welche Funktion hat die sonares ScienceCommunity?

Dr. Nina Weber: Bereits mit der Gründung von sonares haben wir begonnen, ein Netzwerk von Wissenschaftsbegeisterten, Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Unternehmen aufzubauen, die Interesse an einer neuen Form der Wissenschaftskommunikation haben.  Gemeinsam bereiten wir die Bühne, damit Wissenschaft in einem breiten Publikum ankommt. Die Mitglieder im Netzwerk entwickeln mit uns ScienceFacts, bringen Themenvorschläge ein oder stellen ihre Plattform für diese Form der Wissenschaftskommunikation zur Verfügung. Die ScienceCommunity unterscheidet uns auch von reinen Technologieunternehmen und dieses Netzwerk werden wir kontinuierlich ausbauen.

ScienceFacts entdecken

About sonares

sonares mit Sitz in Berlin und einer weltweiten ScienceCommunity wurde 2013 gegründet. Mit der Mission, wissenschaftliche Erkenntnisse durch moderne Technologien zugänglich zu machen, entwickelt sonares interaktive Tools wie die ScienceFacts. Diese Lösungen ermöglichen es, komplexe Daten für ein breites Publikum verständlich und nutzbar aufzubereiten. Die Hauptzielgruppen umfassen Website-Betreiber, Wissenschaftler sowie Unternehmen im Bereich Prävention und Gesundheit. Durch die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und der Nutzung wissenschaftlicher Daten schafft sonares einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Prävention. Das Unternehmen steht für wissenschaftliche Integrität, Benutzerfreundlichkeit und die Förderung faktenbasierter Entscheidungen, um eine informierte Gesellschaft zu unterstützen.

Menü schließen

sonares GmbH

sonares GmbH
scientific services
Eiswerderstr. 16
13585 Berlin (Insel Campus)

Telefon +49 30 69 20 40 911
info@sonares.org

Impressum | Datenschutz